Kuntur - © Mandira Helmich

Der Schamane aus Peru


Eine Bekannte meiner Freundin hatte in Peru an einem Seminar teilgenommen, das von Kuntur, einem schamanischen Nachfahren der Inka, abgehalten wurde. Während dieses Seminars musste diese Bekannte sehr oft an meine Freundin denken, warum war ihr nicht klar. Einige Monate später ergab es sich, dass dieser Schamane zufällig nach Deutschland, in unsere Nähe kam, und es erging eine Einladung an meine Freundin, ihn zu treffen, weil sie seinerzeit in Peru, während des Seminars so präsent war. Ein paar Tage vor dem Treffen, sagte sie, sie habe das Gefühl, dass auch ich zu diesem Schamanen mitgehen sollte. Wir überlegten, ob wir das dem Gastgeber mitteilen müssten. Fürchteten aber Komplikationen, und so blieben wir dabei dass ich einfach mit ihr mitgehe. Was sollte schon geschehen?

In der Nacht vor dem Treffen hatte ich einen Traum: Ich war bei Freunden zu einem Fest eingeladen. Es gab ein gemeinsames Essen an einem riesigen Holztisch. Nach dem Mahl standen alle Gäste vom Tisch auf, um an weiteren Aktivitäen teilzunehmen, bis auf mich und einen Mann, der mir genau gegenübersaß. Wir saßen bewegungslos da und sahen uns in die Augen. Plötzlich nahm ich ein Glas mit Wasser, das vor mir stand und schüttete meinem Gegenüber das Wasser ins Gesicht. Der blieb weiter teilnahmslos sitzen, als ob nichts geschehen wäre und wir sahen uns wieder regungslos in die Augen, bis ich hinter mich griff und mir ein, auf dem Heizkörper hängendes Handtuch nahm. Ich stand auf, umrundete den Tisch, bis ich vor meinem Gegenüber stand und trocknete ihm mit dem Handtuch das Gesicht ab.

Dieser Traum war auch nach dem Schlafen noch so präsent, dass ich ihn meiner Freundin bei einer Tasse Kaffee, kurz vor dem Treffen mit dem Schamanen, erzählte. Am Ort des Treffens angekommen, ging meine Freundin zuerst zu dem Schamanen. Ich wartete inzwischen in einem anderen Zimmer da ja nicht klar war, ob er mich auch sehen wollte. Ich wurde dann doch ins Zimmer zum Schamanen gebeten. Als ich den Raum betrat, fiel mein Blick sofort auf den Mann der da auf einem Stuhl saß und mich mit einem breiten Grinsen empfing. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da saß der Mann aus meinem Traum. Es gab nur einen kleinen Unterschied: im Traum hatte er keinen Schnurrbart. Die Unterhaltung wurde auf Spanisch geführt. Eine Frau, die mit dem Schamanen zusammenarbeitete, übersetzte ins Deutsche. Doch dies wäre nicht nötig gewesen, denn obwohl ich nur ein paar Wörter Spanisch kann, konnte ich alles was gesprochen wurde verstehen. Der Dolmetscherin fiel das offensichtlich auch auf, denn sie übersetzte immer weniger und hörte dann auf, mit der Frage an mich ob ich Spanisch könne. Es war schon interessant, dass ich alles verstehen konnte. Offenbar bestand hier eine telepatische Verbindung. Natürlich musste ich meinen Traum erzählen. Der Schamane erklärte mir was er zu bedeuten hatte, was mich innigst berührte.

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Das Licht


Es ist nun schon lange her, da mein zweiter Sohn bei seiner Geburt verstorben ist. Doch die merkwürdigen Ereignisse bei seiner Beerdigung werde ich immer in Erinnerung behalten. Es war ein grauer Februartag mit tiefhängenden Wolken. Als ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin am späten Vormittag zur Beerdigungszeremonie auf dem Friedhof ankam wunderten wir uns beide über die grosse Menschenmenge die sich da bereits eingefunden hatte. Nur die wenigsten davon kannten wir, unsere Freunde und engsten Bekannten. Die meisten der anderen Besucher waren auch unseren Freunden unbekannt. Das war schon sehr merkwürdig. Als dann der Geistliche mit der Trauerzeremonie begann, öffnete sich genau über dem Friedhof, es ist ein Waldfriedhof, ausserhalb des Dorfes, die geschlossene Wolkendecke. Durch eine kreisrunde Öffnung in der Wolkendecke kam das warme Sonnenlicht und gab dem den ganzen Friedhof einen goldenen Glanz. Als dann die Beerdigungszeremonie vorbei war, schloß sich die Wolkendecke wieder. Alles war so unreal, die fremden Menschen, das Licht, so dass ich zeitweise dachte, ich hätte das nur geträumt. Doch auch unsere Freunde und Bekannten hatten das Phänomen bemerkt und uns darauf angesprochen. Die Sache mit dem Licht kann ich heute verstehen, doch wer waren die Fremden, was hatte sie herbeigerufen? Vielleicht erhalte ich ja mal die Antwort.

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Die Pfeife


In einer Vision zeigten mir die Ahnen das Bild einer Pfeife und gaben mir den Auftrag, diese anzufertigen und sie zur Heilung einzusetzen. Also besorgte ich mir einen Speckstein und ging ans Werk. Ich hatte noch nie vorher mit Speckstein gearbeitet, war aber zuversichtlich da ich während der Arbeit die Anwesenheit der Ahnen spürte. Das Werk gelang und es gefiel mir sehr gut. Ich zeigte den Pfeifenkopf meinem Freund und Lehrer, dem Blackfoot Medizinmann Long Time Travelling (LTT), der meinte, nachdem er zu dem Pfeifenkopf hingespürt hatte, dieser müsse in ein Schwitzhüttenfeuer, bevor die Pfeife ihre Arbeit aufnehmen könne. Nun hatte ich ein Problem. Da mir der Pfeifenkopf so gut gefiel, haderte ich mit dem Gedanken ihn in ein Schwitzhüttenfeuer zu geben, da er ja zerbrechen konnte.

Ein paar Monate vergingen, dann an einem Neujahrstag, ging während der Fahrt auf der Autobahn, mein VW-Bus in Flammen auf. Innerhalb von 10 Minuten war nur noch ein rostiger Blechhaufen übrig. Beim Löschversuch, ich hatte 2 Feuerlöscher verbraucht, holte ich mir nur Brandwunden. Einige Wochen später erzählte mir eine gute Bekannte sie hätte eine Pfeife erstanden, die meiner ähnlich wäre. Wir vereinbarten uns zu treffen um unsere Pfeifen zu vergleichen. Beim Abschied schenkte Sie mir eine selbstgemachte Gelkerze. Wiederum einige Wochen danach zündete ich diese Gelkerze in meinem Wohnzimmer an und lies meine Gedanken treiben. Ich kam dabei zu einem Punkt, zu dem ich mehr Informationen haben wollte. So ging ich ins Arbeitszimmer am anderen Ende der Wohnung um mittels PC im Internet zu recherchieren. Nach einer Weile nahm ich aus den Augenwinkeln eine heftige Bewegung im Flur wahr, die Zimmertür stand offen. Ich wusste sofort, dass mal wieder ein Spirit zu Besuch war, nur diesen konnte ich im Gegensatz zu sonst, viel deutlicher sehen. Ich sprang auf, ging auf den Spirit zu und fragte wer er sei und was er wolle. Er bewegte sich jedoch im Flur entlang und verschwand durch die Wohnzimmertür. Ich lief hinterher. Als ich an der Wohnzimmertür angelangt war, sah ich, dass auf dem Wohnzimmertisch ein Feuer brannte, das einen halben Meter hohe Flammen hatte. Ich griff ein Handtuch, welches auf der Bügelwäsche lag und erstickte damit das Feuer. Mein erster Blick galt der Decke, um die Russflecken zu betrachten, aber es gab keine. Auch beim Reinigen der Tischplatte konnte ich keine Brandschäden erkennen. Ich freute mich natürlich, dass alles so glimpflich ausgegangen war und dankte dem Spirit, der mich zum Wohnzimmer führte. Ich dachte so für mich, das wäre wieder einmal ein Beweis für die Existenz von Schutzengeln.

Ein paar Wochen vergingen und ich hatte wieder die Gelegenheit an einer Schwitzhüttenzeremonie teilzunehmen, die Long Time Travelling abhielt. Ich fuhr zu dem Schwitzhüttenplatz und nahm aus undefinierbarem Grund auch den Pfeifenkopf mit. Bevor die Schwitzhüttenzeremonie begann, hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit mit LTT ein Gespräch zu führen, sogenannte Interviews, um seine Anliegen darzulegen. So erzählte ich in diesem Interview von den beiden Bränden. LTT erklärte mir, dass das Erscheinen von Feuer keinen Aufschub erlaube und fragte mich ob ich meine Pfeife dabei hätte, denn diese müsste nun unbedingt ins Feuer. Ich wunderte mich nicht, die Spirits hatten es wieder eingefädelt, als ich unbewusst die Pfeife mitnahm. Ich musste das Schwitzhüttenfeuer entzünden.und als dieses dann richtig hoch loderte, sollte ich die Pfeife in die Glut geben. Ich ölte den Pfeifenkopf ein, band ein Stück Draht herum und gab ihn dann mit Hilfe eines langen Stocks in die Glut. Die Hitze des Feuers war enorm, alle Haare auf den Armen brannten weg. Ich glaube, es gibt gar keinen Stock der so lang ist, dass man sich nicht verbrennt. Das Herausholen des Pfeifenkopfs war noch schwieriger. Als ich endlich die Drahtschlaufe auf meinem Stock hatte, rutschte der Pfeifenkopf wieder herunter, noch weiter in die Glut hinein. Doch ich wusste, ich muss die Pfeife wieder herausholen und es gelang mir schliesslich. Ich hatte das Gefühl mein Gesicht habe die gleiche Temperatur wie die Glut des Feuers, doch Verbrennungen hatte ich danach nicht. Nun sollte der fast glühende Pfeifenkopf ins kalte Wasser. Wieder hatte ich Angst, er würde zerspringen, aber er tat es nicht und ich war froh, dass alles gut gegangen war.Nach ein paar Tagen hatte ich den Pfeifenstil fertig und die Pfeife war für ihre Bestimmung bereit.

Die Erkenntnis, die ich aus der ganzen Geschichte gezogen habe, werde ich so schnell nicht vergessen. Denn wenn man von der Geistigen Welt einen Auftrag erhält, dann hat man den auch zu erfüllen. Dem Ego die Oberhand zu lassen, kann unter Umständen gefährlich werden. HO!

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Visionen der besonderen Art


Wovon ich berichte sind nicht die Visionen, die man beim schamanischen Reisen erhalten kann, bei dem man sich auf eine bestimmte energetische Ebene begibt um Informationen zu erhalten, die meist in Bildern, manchmal auch in Sprache, zumindest empfindet man es so, gegeben werden, sondern es sind die Visionen, die ohne eigenes aktives Wollen, ohne Absicht eine bestimmte Information zu erhalten, dir von der Lichtebene aus zukommen. Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich diese Erlebnisse hier einstellen oder für mich zu behalten soll. Doch wurden von mehreren Seiten ähnliche Erfahrungen an mich herangetragen, so dass es mir wichtig ist, den Menschen, die vielleicht Gleiches oder ähnliches erlebt haben, auf diese Weise eine Stütze zu sein und sie zu ermutigen, das Erlebte als Realität zu akzeptieren und nicht als Hirngespinst abzutun.

Die erste Erfahrung mit dieser besonderen Lichtenergie hatte ich während meines ersten schamanischen Seminares. Es war am Ende des letzten Seminartages, wir wollten gerade aufhören und uns voneinander verabschieden, als die Frau, die die Gruppe zur Unterstützung des Leiters medial begleitete, sagte, sie hätte die Information aus der sprituellen Welt, dass der von mir mitgebrachte Heilstab noch initiert werden müsse. Diesen Medizinstab, um den sich eine Schlagne windet und der mit Elementen des Medizinrades versehen ist, hatte ich in einem Zeitraum von zwei Jahren angefertigt. Ich wurde gebeten, mich mit den Füßen nach Osten hinzulegen und den Stab auf meinen Körper zu legen. In jeder Himmelsrichtung, von meiner Position aus, stellte sich ein Trommler auf. Kurz nach dem das Trommeln begonnen hatte, kam wie aus dem Nichts, von Osten her, ein dicker Strahl aus hellem, weißem Licht, der sich direkt mit meinem Herzen verband. Dann spürte ich, wie sich mein Körper in seine Atome auflöste, die sich dann wieder zusammenfügten. Plötzlich fand ich mich schräg über meinem Körper und konnte sehen, dass ich lachte und dass ich weinte. Ich empfand eine grosse innere Freude und Glück und doch war da auch mein Verstand für den es peinlich war, die körperlichen Reaktionen zu sehen, und nichts dagegen tun zu können. Als die Trommeln verstillten kam ich zu mir, total verwundert über das was ich erlebt hatte. Ich war immer noch erfüllt von diesem weissen Licht. Ich hatte das Gefühl, direkt mit dem Himmel verbunden gewesen zu sein und die Liebe des Schöpfers erfahren zu dürfen.

Ein anderes mal traf ich mich mit Gleichgesinnten zu einem Maskentanz. Hierbei geht es darum, sich mit der Energie einer Tier- bzw. Pflanzenart, oder anderer Wesen zu verbinden, um Rat oder Hilfe zu erhalten. Als wir zum Schlag unserer Trommeln zu tanzen begannen, hatte ich keine rechte Vorstellung mit welcher Energie ich mich verbinden sollte. Doch auf einmal hatte ich das Gefühl, ein Hirschgeweih auf meinem Kopf zu tragen. Während ich mich darüber wunderte, was das wohl zu bedeuten hätte, erschien plötzlich vor mir ein heller, schon fast weisser Hirsch, gehüllt in dieses weisse, helle Licht, das ich bereits kannte. Er begann zu mir zu sprechen. Ich musste den Raum verlasen, da ich die Tanzenden um mich herum nicht mehr aushielt. Der Hirsch folgte und sprach weiterhin zu mir. Als er fertig war mit seiner Botschaft verschwand er so plötzlich wie er kam. Ich wusste nicht wie mir geschah. Wie schon beim ersten Kontakt mit dieser weissen Energie, war ich erfüllt von Glück und Freude, aber auch sehr erstaunt über die Botschaft des Hirsches und auch darüber wie klar ich seine Worte verstehen konnte.

Eine weitere Begegnung mit der Lichtenergie hatte ich während der Teilnahme an einer Sonnentanz-Zeremonie, die ein befreundeter indianischer Medizinmann durchführte. Ich saß mit anderen beim Trommeln an der grossen Powwow-Trommel, die rund um die Uhr geschlagen wurde, als zwischen einer Zeremoniepause eine Frau meinte, die weisse Büffelkalb-Frau sei nun bei ihr und wer sich von ihr segnen lassen möchte solle zu ihr kommen. Für mich war klar, dass ich diesen Segen empfangen wollte. Ich ließ mich an der Trommel ablösen, um mich in der sich mitlerweile gebildeten Reihe anzustellen. Nacheinander knieten sich die Menschen vor der Frau nieder, sie legte ihnen die Hand auf, sie standen auf und gingen wieder. Als ich an die Reihe kam, kniete auch ich mich nieder und die Hand wurde auf mein Haupt gelegt. In diesem Augenblick verschwand alles um mich herum und vor mir stand, schwebte eine Frau, gekleidet mit einem weissen Gewand. Sie und auch ich waren eingehüllt in dieses weisse, sehr hell strahlende Licht, das ich schon kannte. Sie hatte eine sehr lange Botschaft für mich. Ich war erfüllt mit Erfurcht, Freude und Glück. Als sie mit der Übermittlung ihrer Botschaft fertig war, befand ich mich plötzlich wieder in der alltäglichen Welt. Ich stand auf und nahm wieder an der Trommel Platz. Erfüllt von Freude und Glück liefen mir die Tränen über das Gesicht, ich konnte es gar nicht fassen, wie real dieses Erlebnis war. Diese Begegnungen mit dem Licht waren eine Gnade für mich, ich durfte die Schöpfer-Energie hier im irdischen Dasein erleben. Auch wenn die Botschaften eine gewisse Bürde bedeuten, so möchte ich diese Erfahrungen nicht missen. Dem Himmel sei Dank. HO!

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